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Die Zwiespältigkeit des Halloween. Ansichten und Hintergründe...
Der Renner heißt in diesem Jahr 2009 „Barakula“ - eine Mischung aus Barack (Obama) und Dracula. Aber auch der Wall-Street-Bösewicht Bernard Madoff und die rote Lederjacke aus Michael Jacksons „Thriller“-video laufen nicht schlecht. In den USA macht der Handel mit Kostümen Helloween zum umsatzstärksten Fest des Jahres, bereits gleichauf mit Weihnachten.
Auch die Deutschen finden immer mehr Gefallen an dem Fest der schaurig bis debil grinsenden Kürbisköpfe. Einer aktuellen Studie zufolge wollen 30 Prozent eine Halloweenparty besuchen, unter Jugendlichen sind es sogar 85 Prozent. Aber auch wer den Kürbisklamauk – wie viele in Bayern – ablehnt, sollte sich für den 31. Oktober großzügig mit Süßigkeiten eindecken. Sonst könnte man schnell eine Horde kleiner Schreckensgespenster gegen sich aufbringen, die zur Strafe das auto mit Rasierschaum besprühen und den Gartenzaun mit Klopapier behängen. Vergangenes Jahr war der Umsatz mit Halloween-Produkten auf 28 Millionen Euro gestiegen – ein Plus von 40 Prozent im Vergleich zu 2007, wie die Fachgruppe Karneval des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie meldete. Aber die süße Freude hat einen sauren Beigeschmack wie eingelgter Kürbis: Das Halloween-Geschäft drückt einen Teil des Karnevalsumsatzes, da die Kostüme zum Teil einfach zweitverwendet werden. Und nicht nur die Narrentradition leidet unter dem amerikanischen Gruselfest – auch die Kirchen fürchten sich vor dessen parasitärem und kommerziellem Charakter. Denn der Grinsekürbis hat sich direkt zwischen den evangelischen Reformationstag am 31. Oktober und das katholische Allerheiligen am 1. November gesetzt. Die Nacht zwischen den Tagen gehört längst Gruselpartys und „Süßes oder Saures!“- schreienden Kindern. Wer denkt da schon an Luther und seine 95 Thesen? Oder ist anderntags ausgeschlafen für den Gottesdienst?
Dabei war auch Halloween ursprünglich ein katholisches Fest, das die Iren feierten. Der Name leitet sich vom englischen „All Hallows` Even“, also dem Allerheiligenabend, ab. Woher der Brauch genau kommt, ist umstritten: Manche glauben an eine Verbindung zum keltisch-angelsächsischen Fest des Totengottes „Samhain“. Andere sehen einen Bezug zum christlichen Glauben, denn an Allerheiligen wurde schon immer traditionell der Gemeinschaft der Heiligen gedacht- und durch gute Taten wie Geschenke an bettelnde Kinder an das Leiden der Toten im Fegefeuer.
Genau das machte es zu einem attraktiven Brauch, den die Kinder der irischen Auswanderer im 19. Jahrhundert schnell unter ihren Freunden in der neuen Heimat USA verbreiteten. Und weil dort die Kürbisse in Massen wuchsen, ersetzten diese einfach die traditionelle Rübe.
Auf dem Weg zurück nach Europa verwandelte sich Halloween dann in die eher fröhliche und stärker kommerzialisierte Variante, die wir heute kennen – und die vielfach kritisiert wird. Versicherungen informieren Eltern über die folgen der an sich harmlosen Streiche, die sich allerdings in den vergangenen Jahren immer öfter zu Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und sogar Körperverletzung ausgewachsen haben.
Dabei müssen Kinder doch gar keine Streiche spielen, um an Süßigkeiten zu kommen. Am 11. November reicht dafür ein kleines Liedchen – dann ist St. -Martins-Tag.
Von Katharina Fuhrin
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